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Die Lebensmitteldose wird grün

Wasserstoff ist der Energieträger der Zukunft. Er kann bei verschiedenen Anwendungen eine klimaneutrale Alternative bieten. In der Stahlproduktion etwa: Statt wie heute mit Kohle wird hier schon bald der erste Stahl unter Einsatz von Wasserstoff als Reduktionsmittel produziert. Verpackungen wie die Lebensmitteldose, die aus Weißblech – also einem Stahlprodukt – hergestellt werden, werden künftig noch nachhaltiger, wenn zur Herstellung des Stahls grün produzierter Wasserstoff eingesetzt wird.

Grüner Wasserstoff statt Kohle

Ausgangsprodukt für die Lebensmitteldose ist Stahl. Zu seiner Herstellung wird zuerst Roheisen im Hochofen erzeugt – ein Prozess, der sich seit Jahrhunderten bewährt hat. In den Hochöfen wird bisher Kohle als Reduktionsmittel genutzt – also dazu, dem Eisenerz den Sauerstoff zu entziehen und reines Eisen zu gewinnen. Dabei entsteht unvermeidlich Kohlendioxid (CO2). Das soll in Zukunft jedoch verhindert werden, da wir unsere liebgewonnene Lebensmitteldose so grün wie möglich haben wollen. Und damit das schon bald klappt, haben sich ein paar kluge Köpfe beim deutschen Stahlhersteller thyssenkrupp etwas ausgedacht: Statt Einblaskohle soll im Hochofen bald Wasserstoff eingesetzt werden. Wo beim Kohleeinsatz CO2 entsteht, entsteht beim Einsatz von Wasserstoff einfach nur Wasserdampf. Das klingt erstmal einfach, ist aber in Wirklichkeit etwas komplizierter.

In der Zukunft soll es auch nicht dabei bleiben, Wasserstoff im Hochofen einzusetzen. Stattdessen soll die Stahlproduktion bei thyssenkrupp komplett auf nachhaltige Prozesse umgestellt werden. Hierfür müssen Direktreduktionsanlagen aufgebaut werden, die mit grünem, sprich klimaneutralem, Wasserstoff betrieben werden und damit emissionsfrei arbeiten. Derzeit ist es noch sehr aufwändig, grünen Wasserstoff in großen Mengen herzustellen und am Produktionsort zur Verfügung zu stellen. Aber viele Forscher und Unternehmen arbeiten hier auch schon an einer Lösung.

So wird die Dose noch nachhaltiger

Damit der Stahl noch nachhaltiger wird, muss die Wasserstofferzeugung zwangsläufig nachhaltig – sprich klimaneutral – sein. Das funktioniert am besten durch Elektrolyse. Bei diesem Verfahren wird Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Der Strom dafür kommt aus erneuerbaren Quellen wie Sonnen-, Wasser- oder Windkraft. Der entstandene Wasserstoff – sogenannter „grüner“ Wasserstoff“ – wird dann in der Stahlerzeugung genutzt. Und deshalb passen die klimaneutrale Stahlerzeugung und Weißblech so wunderbar zusammen. Denn die Weißblechdose ist praktisch unendlich oft recycelbar: Sie ist ein Produkt aus natürlichen Rohstoffen, das immer wieder eingeschmolzen und wiederverwertet werden kann. Ein ewiger Kreislauf also – genau wie beim Wasser. So sparen wir mit der Lebensmitteldose zweimal CO2: Durch den Einsatz von Wasserstoff statt Kohle und durch unzählig häufiges Recycling des immer gleichen Stahls.